„Wie alles begann. Von Galaxien, Quarks und Kollisionen“

Museum der Arbeit.
Wiesendamm 3, 22305 Hamburg.
Vom 26.10.2022 bis 07.05.2023.
Vernissage am 25.10.2022 um 19:00 Uhr.
Finissage am 07.05.2023 um 15:00 Uhr.


Wissenschaft hautnah: Im Museum der Arbeit können Besucher*innen in der Ausstellung „Wie alles begann. Von Galaxien, Quarks und Kollisionen“ eine Zeitreise zum Ursprung unseres Universums unternehmen. Die multimediale und interaktive Ausstellung gibt spannende Einblicke in die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Teilchenphysik, Astroteilchenphysik und Kosmologie und präsentiert sie auf interaktive Weise: Eine Funkenkammer macht die allgegenwärtige Strahlung sichtbar, die an den Grenzen unserer Atmosphäre beim Aufprall hochenergetischer Teilchen aus den Tiefen des Weltalls entsteht. In der interaktiven Installation „Big Bang“ können die Besucherinnen und Besucher das frühe Universum entdecken und durch das Zeitalter der Elementarteilchen navigieren oder sich in der „Dark Matter Simulation“ anschauen, was ein veränderter Anteil von Dunkler Materie in Sternensystemen für Effekte hat.Um eine weitere inhaltliche Ebene erweitert wird die Ausstellung durch Werke von fünf Hamburger Kunstschaffenden: Marcel Große, Tanja Hehmann, Jan Köchermann, Julia Münstermann und Jana Schumacher. Sie beschäftigen sich mit Fragen nach der Unendlichkeit des Weltalls, der Erforschung des Urknalls und und der damit verbundenen Vorstellung aus künstlerischer Sichtweise.

Marcel Große "Beschleuniger³" Aluminiumprofile, Drucklufttanks, Lithografiesteine, Kompressor, diverse elektrische Komponenten,
2023 (Foto: Helge Mundt)

Marcel Große "Beschleuniger³"

Wissenschaftliche Verfahren sind Basis der ergebnisoffenen künstlerischen Experimente von Marcel Große. In seinen Versuchsanordnungen setzt er eine Fülle von Materialien ein: von Vorrichtungen aus Laborsituationen über Klempnereibedarf bis hin zu Druckluftbehältern aus dem Fahrzeugbau. Letztere sind auch Bestandteile seines aktuellen Beschleunigers, der durch die Apparaturen der Teilchenphysik zur Simulation des kosmischen Urknalls und der Messung Dunkler Materie inspiriert ist. Bei Große folgt die damit verbundene Teilchenkollision in Höchstgeschwindigkeit indes einem eigenen, unberechenbaren System: Drei gegenüberliegende Drucklufttanks werden simultan in einem geschlossenen Raum entladen. Die so entstehende Druckwelle verteilt Farbpartikel, die hier auf Lithografie-Platten prallen. Analoge Prints ersetzen digitale Aufzeichnungsmethoden: eine Kooperation mit der Lithografie-Werkstatt des Museums. Große ist der Sichtbarmachung von Prozessen auf der Spur. Das Unerwartete wird dabei stets miteinbezogen, mögliches Scheitern inklusive. Analog zur Forschung liegt für den Bildhauer und Installationskünstler das erkenntnisleitende Prinzip in der produktiven Abweichung: der Ausnahme, die neue Regeln schreibt.

Dr. Belinda Grace Gardner

“Wie alles begann…” ist ein Kooperationsprojekt zwischen den Hamburger Wissenschaftseinrichtungen Universität Hamburg und ihrem Exzellenzcluster Quantum Universe mit dem Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY und dem Museum der Arbeit. Die Ausstellung macht die Spitzenforschung der Hansestadt für ihre Bürger*innen erfahrbar und bietet ein umfangreiches Begleitprogramm.


Mehr: https://www.shmh.de/ausstellungen/wie-alles-begann-im-museum-der-arbeit/